Wolfgang Streitbörger
Die Supersensiblen - eine übersehene Minderheit?
Die Psychologin Elaine Aron bricht eine Lanze für „Highly Sensitive Persons" - für Menschen, die auf ihre Umwelt besonders sensible reagieren und deshalb oft zur Überreizung neigen. Zwar braucht jede Gesellschaft feinfühlige Menschen, aber die Empfindsamen sehen sich immer mehr an den Rand gedrängt.
Der Mann zuckt kurz zusammen, als der Schaffner in die Pfeife bläst. Alle anderen, die mit ihm ausgestiegen sind, scheinen den schrillen Pfiff gar nicht zu hören. Er lächelt, verharrt aber noch eine Sekunde, ehe er die Hand ausstreckt. Dann eine herzliche Begrüßung mit leichtem amerikanischen Akzent: „Ich bin Appletree", sagt der graumelierte Texaner aus Tübingen. „Brrr, was ist es hier kalt. Jetzt trinken wir erst einmal eine Tasse Kaffee, das macht mich munter nach der langen Fahrt."
Wenig später in einem Café: Ein Treffen, zu dem es kam, weil Appletree - so nennt sich der zweifach promovierte Neurochemiker und Arzt Frank Rodden seit seinen kalifornischen Flower-Power-Zeiten - ein Buch gelesen hat: The Highly Sensitive Person. Ein Buch, das sein Leben völlig verändert hat. Die Autorin, die Psychologin und Psychotherapeutin Elaine Aron aus San Francisco, hatte den Kontakt zu ihm hergestellt. Rodden ist einer der Abonnenten ihres Comfort Zone, eines Newsletters für „Highly Sensitive Persons". Für Menschen, die sich von lautem Trubel möglichst fern halten, andererseits aber auch subtile Stimmungen besonders gut wahrnehmen.
Er sei sicherlich ein „HSP" sagt Rodden. Lange Zeit hätte er das nicht gewusst. Bis er dann, vor etwa drei Jahren, das Buch las. Damals arbeitete er als Reha-Arzt in Hamburg mit Hirnverletzten. „Das war eine Situation, wo zuviel Empfindsamkeit einfach zermürbt." Auch die „Schutzkälte" der Kollegen habe er nicht mehr ertragen können. „Dieses Wechselbad zwischen empfindsam sein müssen und es dann wieder überhaupt nicht sein zu dürfen." Tränen steigen Rodden in die Augen. „Ich war 61 Jahre alt und hatte eine unbefristete Anstellung als Arzt. So etwas gibt man nicht einfach auf."
Rodden kündigte doch, besann sich ein Jahr lang auf seine Ehe, auf das Singen im Kirchenchor, aufs Ballett-Tanzen. Dann fand er eine neue Anstellung, jetzt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Neuroradiologie an der Universität Tübingen. „Ich bin bestimmt der älteste Assistenzarzt in Deutschland," lacht Rodden. Wieder arbeitet er mit Hirnverletzten. Die meiste Zeit aber koordiniert er die Zusammenarbeit zwischen den Forschern in Tübingen und Ärzten einer Reha-Klinik. Da muss er viel zuhören, viele Feinheiten wahrnehmen. Sein Chef hat ihm gesagt, man brauche ihn - gerade wegen seiner ausgeprägten Empfindsamkeit.
Als der psychische Zusammenbruch in Hamburg drohte, wandte sich Rodden auch an eine Psychiaterin. Die konnte ihm zwar helfen. Aber: „Das Buch hat mir noch sehr viel mehr geholfen. Ich habe gesehen, es passte genau in meine Situation." Dieses Buch ist in Deutschland bisher nicht erschienen. In Amerika aber gingen seit 1996 weit mehr als 180000 Exemplare von Highly Sensitive Person über den Ladentisch. Eine Zahl, wie sie auch in den USA nur wenige Sachbücher erreichen.
Elaine Aron hat ihre Praxis für Psychotherapie in einem viktorianischen Haus an einer hügeligen Straße in San Francisco. Holzvertäfelungen geben dem Raum eine sanfte Atmosphäre, ein Kamin strahlt wohlige Wärme ab. Die Psychologin spricht mit leiser Stimme über ihre Arbeit und ihr Leben, während sie Kräutertee einschenkt.
Jedes Jahr zweimal, für jeweils zwei Monate, zieht die 55-jährige Kalifornierin ans andere Ende der USA, zur State University of New York auf Long Island, wo sie einen Lehrstuhl für empirische Psychologie hat. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem bekannten Psychologen Arthur Aron, arbeitet sie seit vielen Jahren vor allem an Fragestellungen der Beziehungspsychologie, „zum Beispiel über die Prozesse, die sich abspielen, wenn man sich verliebt." Früher einmal hat sie sich mit der Neurolinguistischen Programmierung befasst, ihre Ausbildung als Therapeutin absolvierte sie am C.G. Jung Institut in San Francisco. Auf das Thema „High Sensitivity" stieß Aron per Zufall. „Ich war eingeladen, in einer Bibliothek über sensible Menschen zu sprechen. Entgegen allen Erwartungen war der Raum brechend voll. Und dann kamen immer neue Anfragen, man hat mich geradezu bedrängt, über das Thema zu schreiben."
So kam es zu dem Buch, das 1996 erschienen ist. In San Francisco griffen die lokalen Medien das Thema sofort auf, ein lokaler Bestseller war geboren. Wenig später zogen auch die Verkaufszahlen in anderen Teilen der USA an. Mittlerweile ist das Buch in England auf den Markt gekommen, aber auch in Griechenland und auf Taiwan in den jeweiligen Landessprachen. Andere Auslands-Ausgaben können allerdings vorerst nicht erscheinen, da der Verlag bankrott gegangen ist.
Was aber steht in diesem Buch, dass es ohne Werbung zu Hundertausenden Absatz findet. Aron glaubt, einen elementaren Temperamentstypus zu thematisieren: „Highly Sensitive Persons sind jene 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung mit einem ererbten Temperamentsmerkmal, das sie dazu neigen lässt, unterschwellige Reize besser wahrzunehmen als andere." Dies ist aber nur die halbe Definition. Highly Sensitive Persons, so Aron, sind so prädisponiert, „weil sie alle Informationen tiefer als andere verarbeiten. Durch ihr Temperamentsmerkmal werden sie aber auch leicht durch starke Reize überstimuliert." Im Verhalten, so Aron, zeige sich dies vor allem darin, dass Highly Sensitive Persons „zunächst innehalten, um Informationen zu verarbeiten, ehe sie sich in ungewohnte Situationen begeben."
Solche Menschen, so Aron, gelten gemeinhin als schüchtern. Schüchtern aber würden sie nur, wenn sie eine sehr schwere Kindheit erleben - schwer in dem Sinne, dass sie missbraucht werden oder dass die Eltern Alkoholiker sind. Eine halbwegs stabile Kindheit dagegen ließe „HSPs" offen und ohne große Angst mit anderen Menschen umgehen, so wie jeder andere auch. Aron hat in mehreren eigenen Studien diesen Zusammenhang herausgearbeitet.
Die Psychologin und Therapeutin will der Stigmatisierung und Ausgrenzung einer „unerkannten Minderheit" begegnen und den Betroffenen selbst zeigen, dass sie zu ihrem temperamentsbedingten, also körperlich begründeten Persönlichkeitsmerkmal stehen können. „Ich wusste endlich, dass mit mir nichts falsch war," sagt denn auch Appletree Rodden, „und das war unheimlich befreiend."
Aron weist darauf hin, dass Biologen für viele Tierarten eine Sub-Population hochsensibler Individuen von rund 15 bis 20 Prozent ausgemacht haben - Tiere, die sich nicht wie ihre Artgenossen kurzentschlossen in neue Situationen werfen, sondern immer erst innehalten, um die Lage genau zu erfassen. In manchen Situationen werde ihnen dies zum Verhängnis; sie würden gefressen, weil sie zu spät fliehen oder verhungern, weil sie zu spät angreifen. In anderen Situationen aber hätten sie einen Vorteil, da sie sich nicht so leicht in Gefahr begeben. Für den Fortbestand vieler Arten sei es deshalb günstig, wenn es eine Mischung von hochsensiblen und weniger sensiblen Vertretern gebe.
In den meisten Kulturen, so Aron, hätten Highly Sensitive Persons ihren angestammten Platz, sie seien die eine von zwei Führungs-Klassen. In alten Zeiten seien sie Priester oder sogar königliche Berater gewesen, während die anderen sich als Herrscher und Krieger hervortaten. Heute aber, so Aron , „erobern in den westlichen Kulturen die Nichtsensiblen immer mehr Terrain. Sie verdrängen uns." So seien bis vor wenigen Jahren noch Berufe wie Arzt, Richter und Lehrer vorwiegend von Highly Sensitive Persons besetzt gewesen. „Jetzt aber werden wir überall an den Rand gedrängt." Eines der letzten Refugien sei der Therapeuten-Beruf; in der forschenden Psychologie hätten sich die „Krieger" schon lange durchgesetzt.
Für das Verdrängen der Highly Sensitive Persons bezahle jede Gesellschaft einen hohen Preis. „Die Krieger und Herrscher brauchen uns, damit wir sie vor ihren oftmals zu impulsiven Entscheidungen schützen." Nicht umsonst besäßen alle modernen Staaten neben den Herrrschafts-Organen auch Instanzen wie die Verfassungsgerichte, in denen vorwiegend Highly Sensitive Persons einen Ausgleich zur nackten Macht schaffen. „Noch ist das so," sagt Aron, „aber auch das ändert sich."
Ebenso wie die berufliche Position der Highly Sensitive Persons hängt auch ihr gesellschaftlicher Rang von der jeweiligen Kultur ab. Aron zitiert gerne eine kanadische Studie, die Schulkinder in Kanada mit solchen in China vergleicht. In China wird demnach den Hochsensiblen von den Mitschülern höchste Achtung entgegen gebracht, während sie in Kanada ganz unten in der Hierarchie der Schulklasse stehen.
Wie sehr der Umgang mit der „High Sensitivity" im Sinne Arons kulturell bestimmt ist, zeigt sich schon bei dem Versuch, den Begriff ins Deutsche zu übersetzen. Im Englischen ist er weder positiv noch negativ belegt, ein gängiger Ausdruck auch in der Umgangssprache. Im Deutschen aber verbindet man mit „Hoher Sensibilität" eher die Vorstellung, ein Mensch sei wenig lebenstüchtig, ein „Sensibelchen" eben, seinen Gefühlen ausgeliefert. „Seien Sie doch nicht so sensibel", muss hören, wer sich über einen rauen Umgangston beschwert. Daran ändert auch nichts, dass - nach einer Umfrage des Inra-Instituts - 44 Prozent der deutschen Frauen den „sensiblen Typ" von Mann lieben, aber damit ist wohl doch etwas anderes gemeint. Eher positiv besetzt scheint der Begriff „Empfindsamkeit", doch klingt ein Hang zum Versagen mit. Die deutsche Sprache bietet der „Highly Sensitive Person" keine Heimat. Da kann „Hochsensibilität" oder „Empfindlichkeit" nur ein Notbehelf sein. Die Epoche der Romantik idealisierte zwar die Sensibilität, doch das liegt mehr als anderthalb Jahrhunderte zurück.
Die Studentin Margit Boeckle betrachtet Deutschland als ein besonders schwieriges Land für die Empfindsamen. „Alles ist sehr kopfbezogen, das Denken stets wichtiger als das Fühlen. Das war schon in der Schule ganz schlimm." Margit Boeckle verließ die süddeutsche Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist und ging nach San Francisco. Dort traf sie auf Elaine Aron und begann eine Therapie bei ihr. „Mein Selbstbewusstsein ist enorm gewachsen durch das Erkennen meiner Hochsensibilität", sagt Boeckle. Ich hatte immer nur die negativen Seiten in mir gesehen. Zu schüchtern, zu ruhig, das wurde mir alles als schlecht ausgelegt. Du wirst dich niemals durchsetzen in dieser Welt." Heute studiert die 32-jährige Boeckle erfolgreich Fotografie in England. „Auch hier wird mir manchmal gesagt, ich sei zu schwach, ich ginge nicht genug aus mir heraus. Ich kann mich aber jetzt wehren, denn ich weiß: Nicht alle, die nicht immerzu aus sich heraus gehen, sind deshalb blöd."
Weniger radikal, aber doch nachhaltig von Elaine Aron beeinflusst sieht sich die Hamburger Ärztin und Sängerin Gabriele Jonté. Vor zwei Jahren war sie in den USA auf das Buch gestoßen. Zu Brüchen in ihrem Leben kam es dadurch nicht, wohl aber zu einigen Neubewertungen: „Manches, aber gewiss nicht alles trifft auf mich zu. Ich finde es sehr beruhigend, dass dem Pathologisieren der Hochsensibilität ein Riegel vorgeschoben wird." Vieles aus dem Buch sei zwar „nicht meine Welt". Sowohl im Beruf als auch im Umgang mit ihren Kindern jedoch fand Jonté mehr Sicherheit: „Ich verstehe jetzt, warum es für mich so wichtig ist, mich gelegentlich zurück zu ziehen, aber auch, warum es so schwierig ist, dieses Bedürfnis manchen anderen Menschen verständlich zu machen."
Reize wahrnehmen zu können, die an anderen Menschen vorüber gehen, kann eine enorme Bereicherung sein. Diese Fähigkeit bildet eine Basis für Intuition, Kreativität, viele gute Ideen und einfühlsame Kommunikation. „HSPs verarbeiten stets mehr Informationen als andere Menschen," sagt Aron. Das aber habe auch seine Kehrseiten. „Um sechs Uhr Abends, wenn ich den ganzen Tag unterwegs gewesen bin, dann werde ich müde, dann brauche ich meine Ruhe. Andere Menschen können dann weiter machen. Ich aber brauche die Ruhe, weil mein Gehirn viel mehr verarbeitet hat."
Highly Sensitive Persons geraten Aron zufolge leicht in Krisensituationen, wenn Eindrücke sie überwältigen. Der Grund: Ebenso, wie sie unterschwellige Reize wahrnehmen, kommt es auch früher zu Überreizungen. „Wir wissen aus der Psychologie, dass der Mensch im Zustand optimaler Reizung am leistungsfähigsten ist," erklärt Aron. Das gelte für Highly Sensitive Persons wie für jeden anderen Menschen auch. „Wer sich von Reizen überwältigt fühlt, erlebt Irritation, wird leicht fahrig und unsicher, macht Fehler." Der Bereich optimaler Funktionsfähigkeit, die Spanne zwischen Unter- und Überreizung, läge bei Highly Sensitive Persons insgesamt niedriger als bei anderen. Wo andere Menschen drei Tassen Kaffee gut vertrügen, fühlten sich manche HSPs bereits mit einer Tasse ausreichend stimuliert. Sie selbst, so Aron, sei schon mit Kräutertee völlig zufrieden.
Die temperamentsbedingte Disposition der High Sensitivity beschränkt sich Aron zufolge keineswegs auf das Gehirn. Bei Betroffenen hat sie 30 Prozent mehr Allergien gemessen, sowie aktivere Immunsysteme und eine erhöhte Empfindlichkeit auf Wärme- und Kältereize. „Wir haben es also mit einer physiologisch breit angelegten Reaktivität zu tun."
In ihrem Buch betrachtet Aron unterschiedliche Lebensbereiche im Lichte der „High Sensitivity". Sie beschreibt, wie Highly Sensitive Persons im Liebesleben durchaus mit weniger sensiblen Partnern harmonieren - und erzählt aus ihrer Ehe: „Mein Mann kommt in die Küche und fragt, wo ich das neue Bild an der Wand gekauft hätte. Dabei hängt es dort schon seit zwei Jahren. Das würde einer Highly Sensitive Person niemals passieren." Gleichzeitig aber wüsste sie es zu schätzen, wie ihr Partner so mühelos in die Welt hinaus geht, neues entdeckt und dabei auch für sie Terrain erschließt. Und der Sex sei für HSPs ohnehin ganz anders - viel tiefer, mystischer. „Wir brauchen auch nicht so viel Abwechslung, wollen es eigentlich immer gleich, weil wir auf den zusätzlichen Reiz des Neuen gerne verzichten."
Im Arbeitsleben, so Aron, empfehlen sich Highly Sensitive Persons gemeinhin durch besondere Sorgfalt. Gleichzeitig aber würden sie vielfach als schüchtern missverstanden und bei Beförderungen übergangen, da sie sich nur selten nach vorne drängen.
Für Aron handelt es sich bei „High Sensibility" um eine grundlegende physiologische Disposition, so elementar wie das Geschlecht. Um eine Disposition, die aller Wahrscheinlichkeit durch ein Zusammenwirken mehrerer Gene bestimmt sei. „Ich betrachte das Temperament als die Basis, auf der sich im Austausch mit der Kultur die Persönlichkeit entwickelt. Darauf aufbauend wiederum finden Sie das Verhalten, sei es nun Introversion oder Extraversion, Schüchternheit oder soziale Offenheit."
Die Verkaufszahlen des Buches belegen, dass Aron bei vielen Menschen offene Türen einrennt. Wer aber in den USA eine bislang unbekannte Minderheit definiert, die sich zudem noch als unterdrückt betrachten darf, dem ist hohe Aufmerksamkeit sicher. Heerscharen von Sachbuch-Autoren suchen immerfort nach neuen, publicity-trächtigen Thesen, um die sich die Talkshows reißen. Diesen bösen Verdacht aber kann Aron zerstreuen: „Daran, berühmt zu werden, habe ich überhaupt kein Interesse," sagt sie, während sie errötet. „Ich habe noch keine der vielen Einladungen zu Talkshows angenommen."
Elaine Arons Motivation ist eine ganz andere. „Ich fühle mich verpflichtet, diese Idee zu verbreiten. Bisher wird die Welt vor allem den weniger sensiblen Menschen gerecht. Wir müssen die Welt jetzt so umgestalten, dass auch wir zu unserem Recht kommen."
Kein Zweifel, Elaine Aron ist nicht zuletzt zu einem Kreuzzug in eigener Sache aufgebrochen. Wem aber nutzt es noch, das Temperamentsmerkmal „Highly Sensitive" zu einem wesentlichen psychologischen Merkmal zu befördern?
„Zunächst einmal haben die vielen anderen Highly Sensitive Persons etwas davon", sagt Elaine Aron, die Therapeutin. „Ich bekomme jeden Tag Briefe von Lesern. Von Menschen, die mir sagen, dass mein Buch ihr Leben völlig zum Positiven geändert hat, dass sie vieles neu sehen können." Doch auch die Psychotherapie könne von dem Konzept gewinnen. „Therapeuten, die eine Highly Sensitive Person dazu bringen wollen, sich so zu verhalten wie eine Nicht-Highly-Sensitive-Person, erreichen damit nur, dass sie ihr Selbstwertgefühl mindern."
Auch die psychologische und medizinische Forschung könne sehr viel davon gewinnen, die „High Sensitivity" als grundlegende, temperamentsbedingte Disposition anzuerkennen, meint Elaine Aron, die empirische Psychologin. „Nehmen Sie nur einmal die ganz normale Labor-Situation bei Experimenten. HSPs sind natürlich von vornherein erregter, wenn sie mit Kabeln und Ähnlichem konfrontiert werden. Bleibt aber der temperamentsbedingte Hintergrund dieser Erregung unerkannt, führt dies zu seltsamen Ergebnissen."
Eine so grundlegende Temperaments-Disposition zu behaupten ist eine Sache, dem Ansatz eine solide, experimentell und theoretisch abgesicherte Grundlage zu geben eine andere. Für therapeutische Erfolge mag es genügen, ein Konstrukt einzuführen und es in der klinischen Situation einzusetzen. Seine wissenschaftliche Begründung aber verlangt nach mehr - nach soliden Forschungsdaten, wie sie Aron bisher nicht erbringen konnte. „Zu einem gewissen Grade habe ich mich entschieden, mehr Kraft darauf zu verwenden, an die Öffentlichkeit zu gehen und anderen zu helfen."
Es waren College-Studenten, an denen Aron den Zusammenhang zwischen Schüchternheit und „High Sensitivity" erforschte. Nur bei diesen Probanden, die sie mit einem Fragebogen als „highly sensitive" identifiziert hat, konnte sie bisher nachweisen, dass sie nur dann zu schüchternen Menschen geworden sind, wenn sie eine stark belastete Kindheit durchlebt hatten. Psychologie-Studenten dürften allerdings nicht gerade den Durchschnitt der Bevölkerung darstellen. Auch setzten diese Arbeiten bereits voraus, dass die „High Sensitivity" als temperamentsbedingtes, also physiologisches, durch Gene bestimmtes Merkmal von elementarer Bedeutung in der Tat existiert. Aron zweifelt daran nicht mehr. Zur theoretischen Untermauerung ihres Konzepts aber muss sie auf die Arbeiten von Grundlagenforschern zurückgreifen.
Einen wesentlichen Platz nimmt dabei der Kinder-Psychologe Jerome Kagan von der Harvard University ein. Kagan, einer der wichtigsten Vertreter der modernen psychologischen Temperamentsforschung, arbeitet mit Langzeitstudien. Unter anderem konnte er nachweisen, dass Säuglinge, die stark auf physische Reize reagieren, im fortgeschrittenen Alter eher als andere „inhibited" werden, sozial gehemmt. Aron behauptet nun, Kagan habe „High Sensitivity" gemessen, ohne es zu wissen. Dies ist natürlich starker Tobak angesichts des Lebenswerks eines anerkannten Pioniers der Temperamentsforschung. „Ich fürchte, dass ich gegen ihre Behauptungen nichts unternehmen kann," sagt Kagan dazu. „So etwas ist nun einmal Teil des Wissenschaftsbetriebs." Arons Arbeiten kommentieren will er darüber hinaus aber auch nicht - „ganz einfach, weil ich sie nicht kenne."
Anders der Kagan-Schüler und Psychologe Marcel Zentner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Genf: Der Autor von Die Wiederentdeckung des Temperaments, einer Einführung in die Kinder-Temperamentsforschung, betrachtet Arons Konstrukt der „High Sensitivity" zwar als interessant - dies aber eher als philosophischen denn als psychologischen Ansatz. Über den Zugriff auf Kagans Forschungen, an denen er selbst mitgearbeitet hat, urteilt Zentner: „Was Kagan misst, ist nicht die High Sensitivity, von der Aron spricht."
Zentner sieht Anleihen Arons beim bekannten Persönlichkeitspsychologen Hans Jürgen Eysenck, der 1967 in seinem Buch The Biological Basis of Personality Extraversion und Introversion physiologisch zu erklären suchte. Eysenck beobachtete, dass Introvertierte sehr stark auf Reize reagieren und daher in neuen Situationen zunächst einmal Abstand nehmen.
Aron ist sich der Arbeiten Eysencks sehr bewusst, so wie sie auch Anleihen bei Carl Gustav Jung freimütig bestätigt. Sie weist darauf hin, dass C.G. Jungs Schriften zur Introversion und Extraversion zumeist nur auf der Ebene von Verhaltensmerkmalen verstanden werden. „Damit werden die Begriffe zu einer Frage der Persönlichkeit und nicht mehr des Temperaments." C. G. Jung habe aber, wenn auch nur in einer Nebenbemerkung, Introversion im Sinne von High Senitivity durchaus auch als physiologisch bedingtes Phänomen dargestellt.
Rückgriffe auf älteres Gedankengut räumt Aron gerne ein. Sie nimmt nicht für sich in Anspruch, die High Sensitivity entdeckt zu haben, sondern glaubt vielmehr, dass ihr Konzept „in anderen Gewändern bereits so lange bekannt ist, wie Menschen sich mit Menschen befassen."
Doch auch wenn Arons Ansatz in der psychologischen Theorie ein altes Thema sein sollte, entwertet ihn dies allein noch nicht. Oft kann es wertvoll sein, vergessene Ideen neu zu beleben oder neu zu erfinden. Wesentlich für die psychologische Grundlagenforschung aber ist, ob Arons Konzept im engeren Sinne, das eine physiologische Grunddisposition „High Sensitivity" etabliert, empirisch untermauert werden kann. „Ich bin da etwas zurückhaltend," sagt Zentner. Die amerikanischen Psychiater Stella Chess und Alexander Thomas, Urgestein der psychologischen Temperamentsforschung, hätten Hochsensibilität bereits in den 50er-Jahren als eine von neun elementaren Temperaments-Dimensionen angenommen. „Das ist schön und gut", sagt Zentner, „aber man hat nie nachweisen können, dass es eine solche genetisch bedingte Dimension des Temperaments gibt."
Beifall erhält Aron von vielen Psychologen, die sich mit Schüchternheit befassen. Philip Zimbardo, Professor für Psychologie an der Stanford University in Kalifornien, gilt als einer der führenden Schüchternheitsforscher. „Arons Ideen halte ich für wichtig," sagt Zimbardo. „Ihre Ergebnisse decken sich mit unseren klinischen Beobachtungen an vielen Erwachsenen und Heranwachsenden, die bei uns um eine Behandlung ihrer extremen Schüchternheit nachsuchen."
In Deutschland hat sich Jens Asendorpf, Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Humboldt-Universität in Berlin, als einer der Experten für Schüchternheit profiliert. Aron zitiert auch ihn, um ihren Ansatz zu untermauern; er habe mit seinen Arbeiten aufgezeigt, wie leicht High Sensitivity mit Schüchternheit verwechselt werde. Asendorpf selbst aber bestreitet, dass seine Ergebnisse Arons Ansatz stützen. „In meinen Arbeiten ging es nicht um Sensibilität, sondern um eine Erweiterung von Kagans Temperaments-Konzept der Schüchternheit mit einer Form von Ängstlichkeit, die auf Erfahrungen basiert." Eine solche erworbene Ängstlichkeit aber, so räumt Asendorpf immerhin ein, „könnte durch einen Temperamentsfaktor der High Sensitivity à la Aron gefördert werden."
Asendorpf vermutet allerdings, dass es sich bei der High Sensitivity nicht etwa um ein einheitliches Konstrukt handelt, sondern um ein undurchsichtiges Gemisch aus vielen Einflüssen. Der Berliner Forscher hat sich von Aron auf Fachkongressen einen persönlichen Eindruck machen können. Ihre eigene Betroffenheit ist ihm dabei nicht entgangen: „Manchmal kommt aus der persönlichen Problembewältigung von Psychologen etwas Interessantes heraus. Meistens aber sind die Leute zu stark emotional im Thema verwickelt." Dennoch will Asendorpf Arons Konstrukt nicht von vornherein entwerten: „Wenn andere Forscher dies aufgreifen, könnte dabei vielleicht etwas Wichtiges entstehen."
Bei aller Skepsis will keiner der ansonsten keineswegs zimperlichen Psychologen-Kollegen Arons Ansatz in Grund und Boden verdammen. Aron spricht auf wichtigen Psychologen-Kongressen und publiziert ihre Arbeiten in hochangesehenen Fachzeitschriften wie dem Journal of Personality and Social Psychology und in hochkarätigen Büchern wie dem 1999 erschienenen Kompendium Extreme Fear, Shyness and Social Phobia der Oxford University Press, in dem sie neben Neurowissenschaftlern und anderen Grundlagenforschern zu Wort kommt.
Aron selbst weiß am besten, dass die psychologische Grundlagen-Forschung zur Untermauerung ihres Konzepts noch aussteht. Ihr Thema ist so umfangreich, dass sie es niemals selbst fundieren könnte. Sie weiß auch, dass es neben psychologischer Daten auch neurophysiologischer Untersuchungen bedürfte, um ihre Vorstellung von einer genetisch bedingten „High Sensitivity" solide zu begründen - Forschungen, die sie als Psychologin gar nicht bewältigen kann. Schon daher hofft Aron darauf, „dass andere Wissenschaftler sich mit geeigneten Studien engagieren."
Dies wäre eigentlich eine schöne Aufgabe für Appletree Rodden. Immerhin hat er in den 60er-Jahren nicht ohne Grund Neurochemie studiert: „Ich wusste, dass es meine Lebensaufgabe sein sollte, die Chemie des Gehirns zu erforschen. Mir war klar, dass es chemische Ursachen haben muss, dass wir sind, wie wir sind." Rodden nippt an seinem Kaffee. „Ja,", sagt er zur Kellnerin, „bringen sie mir noch eine zweite Tasse, aber mehr kann ich dann wirklich nicht vertragen." Doch im Ernst: Rodden weiß längst, dass die Neuro-Forschung für ihn nur noch bedingt das passende Berufsfeld ist, so wie er auch nicht mehr weiß, ob er noch einmal den Arztberuf ergreifen würde. „Jeder will einen empfindsamen Arzt, aber in der Ausbildung ist die Empfindsamkeit überhaupt nicht gefragt. Ich glaube, dass die Medizin und die Forschung heute eher ein Ausfall von Unempfindsamkeit sind."
Während Dr. Rodden seine zweite Tasse Kaffee trinkt, lässt er keinerlei Zweifel am therapeutischen Stellenwert, den Arons Buch in seinem Leben einnimmt. „Es hat mir einfach sehr geholfen, meinen Platz in der Welt zu finden."
Wer ist „highly sensitive"?
Die amerikanische Psychologin und Therapeutin Elaine Aron erfasst mit Fragebögen, ob Menschen in ihrem Sinne „highly sensitive" sind. Antworten Sie mit „zutreffend", wenn die Aussagen zumindest teilweise zutreffen. „Unzutreffend" steht für Aussagen, mit denen Sie sich kaum oder überhaupt nicht identifizieren.
Ich fühle mich leicht überwältigt durch starke Sinneseindrücke.
Offenbar habe ich eine feine Wahrnehmung für Unterschwelliges in meiner Umwelt.
Die Stimmungen anderer Menschen beeinflussen mich.
Ich reagiere eher empfindlich auf körperlichen Schmerz.
Ich habe an geschäftigen Tagen das Bedürfnis, mich zurückzuziehen - entweder in ein dunkles Zimmer oder an einen anderen Ort, wo ich allein sein und mich von der Stimulation erholen kann.
Auf Koffein reagiere ich heftiger als viele andere Menschen.
Ich fühle mich schnell überwältigt von Dingen wie grelle Lichter, starke Gerüche, raue Textilien auf meiner Haut oder Martinshörner in meiner Nähe.
Ich besitze ein reiches, vielschichtiges Innenleben.
Laute Geräusche bereiten mir Unbehagen.
Kunstvolle Musik bewegt mich tief.
Manchmal liegen meine Nerven derart blank, dass ich nur noch alleine sein möchte.
Ich bin ein gewissenhafter Mensch.
Ich bin schreckhaft.
Es bringt mich leicht aus der Fassung, wenn ich in kurzer Zeit viel erledigen muss.
Wenn andere Menschen sich in einer Umgebung unwohl fühlen, weiß ich eher als manche andere, was notwendig ist, um Wohlbefinden herzustellen (zum Beispiel durch eine Veränderung der Beleuchtung oder der Sitzordnung).
Ich werde ärgerlich, wenn man von mir erwartet, zu viele Dinge gleichzeitig zu tun.
Ich gebe mir große Mühe, Fehler zu vermeiden oder Dinge nicht zu vergessen.
Fernsehsendungen und Spielfilme mit Gewaltszenen meide ich.
Ich fühle mich unangenehm erregt, wenn sich um mich herum viel abspielt.
Hungergefühle stören nachhaltig meine Konzentration und beeinträchtigen meine Stimmung.
Veränderungen in meinem Leben treffen mich sehr heftig.
Ich bemerke und genieße feine Düfte, Geschmäcker, Klänge oder Kunstwerke.
Ich empfinde es als unangenehm, wenn ich mich mit mehreren Dingen gleichzeitig beschäftigen muss.
Für mich ist es sehr wichtig, mein Leben so zu organisieren, dass ich Situationen vermeide, in denen ich mich ärgern muss oder die mich überwältigen.
Laute Geräusche, chaotische Szenen und ähnliche starke Reize stören mich.
Wenn ich mit anderen Menschen konkurrieren muss oder beobachtet werde, während ich eine Aufgabe erfülle, macht mich das so nervös und unsicher, dass ich weitaus schlechter abschneide, als ich eigentlich könnte.
Als Kind haben meine Eltern und Lehrer mich als sensibel oder schüchtern angesehen.
Ergebnisse: Wenn Sie mehr als 14 Aussagen als zutreffend markiert haben, sind Sie wahrscheinlich eine Highly Sensitive Person. Sollte die Zahl zwar geringer sein, die betreffenden Aussagen aber in extremem Maße zutreffen, so könnten sie ebenfalls zu den betroffenen Menschen zählen.
© 2000 Elaine N. Aron
Anmerkung der Redaktion: Für wissenschaftliche Erhebungen nutzt Aron einen standardisierten Test, den sie anderen Forschern zur Verfügung stellt.
Überleben in einer unsensiblen Welt
Von Elaine N. Aron
High Sensitivity ist kein Krankheitsbild, das es womöglich zu heilen gilt. Highly Sensitive Persons befinden sich manchmal sogar anderen Personen gegenüber im Vorteil - in Situationen, die es erfordern, unterschwellige Reize wahrzunehmen und mit Bedacht zu handeln. Ins Nachtreffen geraten sie, wenn die Reize zu viele und zu heftig werden: zu schnell, zu intensiv, ohne genügend Zeit, sie zu verarbeiten. Im Zustand der Übererregung wollen die Gedanken nicht fließen, die Bewegungen werden ungeschickt, es kommt zu Fehlern. Dies gilt grundsätzlich für jeden Menschen. Highly Sensitive Persons aber erreichen diesen Punkt besonders früh. Sie sind deshalb gut beraten, für ihre Veranlagung den passenden Rahmen im Leben zu schaffen. Vor allem gilt es, Situationen der Überreizung zu meiden. Dabei hilft es, Erfahrungen aus der Vergangenheit mit dem Wissen um die Veranlagung neu zu bewerten und einzuordnen.
Tipps für die Highly Sensitive Person - zum besseren Überleben in einer unsensiblen Welt, in der Überreizungen nicht immer vermeidbar sind:
· Meditieren Sie täglich oder praktizieren Sie eine andere Methode der systematischen Tiefenentspannung. Schon eine geringe Minderung des Erregungszustands kann für einen Hochsensiblen bedeuten, dass die kritische Erregung wieder unterschritten wird.
· Nehmen Sie sich darüber hinaus mindestens eine Stunde täglich für eine Auszeit vom hochstimulierenden Alltag. Sie können sich darauf verlassen, dass Sie damit in Ihrer Arbeit produktiver werden. Vor allem werden Sie mehr gute Ideen haben.
· Falls es Ihnen möglich ist, nehmen Sie einen Tag in der Woche völlig frei. Machen Sie keine Besorgungen, erledigen Sie nichts im Haushalt. Schlafen Sie.
· Verbringen Sie Zeit in und mit der Natur. Es tut Ihnen gut, im Wald zu sein, ein Haustier zu haben oder Pflanzen zu pflegen.
· Sagen Sie „nein", wenn ein „Ja" das Gefühl der Überlastung auslösen würde. Highly Sensitive Persons haben mit dem Neinsagen besonders große Probleme, da sie von Natur aus eher gewissenhaft sind und sich ausmalen, welche negative Folgen für andere ihr „Nein" zeitigen könnte.
· Ziehen sie sich zurück, wenn Sie bemerken, dass Sie in den Zustand der Übererregung zu gleiten drohen. Sie werden überrascht sein, wie problemlos andere Menschen dies akzeptieren.
· Highly Sensitive Personen reagieren besonders empfindlich auf Hungergefühle. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie immer einen eiweißreichen Snack als Notration bei sich haben.
· Meiden Sie Koffein. Kleine Mengen davon können nützlich sein, wenn Sie sehr müde sind. Im Allgemeinen aber brauchen hochsensible Menschen kein Koffein, da sie den Zustand optimaler Erregung leicht aus sich heraus erreichen.
· In Situationen der Anspannung sollten Sie langsam atmen. Versuchen Sie, zehnmal hintereinander auszuatmen, so dass Ihr nachfolgendes Einatmen tief von der Bauchdecke kommt. Ihr Körper verbindet damit Entspannung.
· Achten Sie auf Zeichen chronischer Übererregung: gestörte Verdauung, Schlafstörungen, Anspannung, Depressionen, Herz-Rhythmus-Störungen, Veränderungen im Blutdruck. Wenn Sie diese Zeichen erkennen, machen Sie schnellstmöglich Urlaub oder unternehmen Sie etwas, um mit der Ursache des anhaltenden Stresses konstruktiv umzugehen.
· Halten Sie sich körperlich fit. Bewegung hilft Ihrem Körper sehr, Stress zu bewältigen. Auch rhythmische Bewegungen helfen Ihnen.
· Vermeiden Sie es, viele Dinge gleichzeitig zu tun.
· Seien Sie sehr wählerisch, wem Sie Ihre Aufmerksamkeit schenken, jeder will sie. Versuchen Sie zu ignorieren, worauf Sie nicht reagieren möchten.
· Haben Sie Nachsicht und Geduld mit sich selbst. Erwarten Sie nicht, vor anderen Menschen zu glänzen, wenn sie sich unwohl oder unsicher fühlen.
· Nutzen Sie Ihre Träume als ein „Frühwarnsystem", das Ihnen Hinweise gibt, welche Bereiche Ihres Lebens Veränderungen erfordern und wo unbewusster Druck auf Ihnen lastet.
Literatur
Aron, Elaine N.: The Highly Sensitive Person. How to Thrive When the World Overwhelms You. New York, Paperback bei Broadway Books, New York 1997. Erstausgabe: Birch Lane Press/Carrol, Secaucus, 1996.
Aron, Elaine N.: The Highly Sensitive Person in Love. How Your Relationship Thrives When the World Overwhelms You. Broadway Books, New York, 2000.
Aron, Elaine N.: High Sensitivity as One Source of Fearfulness and Shyness: Prelimenary Research and Clinical Implications. In: Schmidt, Louis A.; Schulkin, Jay, Hrsg: Extreme Fear, Shyness and Social Phobia. Origins, Biological Mechanisms and Clinical Outcomes. New York/Oxford, 1999.
Aron, Elaine N.: Sensory-Processing Sensitivity and its Relation to Introversion and Emotionality. In: Journal of Personality and Social Psychology, 1997, Vol. 73, No. 2, S. 345 ff.
Kagan, Jerome: Galen's Prophecy. Temperament in Human Nature. Basic Books, New York 1994.
Zentner, Marcel R.: Die Wiederentdeckung des Temperaments. Eine Einführung in die Kinder-Temperamentsforschung. Fischer Taschenbuch 13292, Frankfurt, 1998. Erstausgabe: Junfermann, Paderborn, 1993.
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